So, da melde ich mich wieder aus Afrika. Ich nutze die Chance und schreibe diesen Bericht schonmal vor. Heute, Montag, den 17.11 geschehen naemlich wahre Wunder. Wir haben sowohl Strom als auch fliessend Wasser. Ich glaube dass hatte ich seitdem ich hier bin erst einen Tag lang. Somit mit schoen geputzten Haenden, Frisch gewaschenen Haaren tippe ich nun bei guter Beleuchtung diesen Bericht.
Mir geht es weiterhin gut hier im beschaulichen aber wunderschoenen Belo. Die letzte Woche nutzte ich vor allem um die Gegend und die Leute besser kennenzulernen. Generell ist das hier kein Problem. Alle sind sehr offen und freundlich. Vor allem die Kinder erfreuen sich jedesmal wenn sie uns sehen und rufen entweder “Hello” oder “Ubangda”. Das Kom Wort fuer Weisse. Kom ist naemlich hier in Belo die eigentliche Sprache der Leute. Die meisten Kinder lernen Englisch und Franzoesisch erst in der Grundschule. Deswegen will ich unbedingt auch ein bisschen Kom lernen, um wenigstens die einfachsten Dinge sagen zu koennen und mich auch mit alten Leuten zu unterhalten. Die sprechen naemlich meist gar kein Englisch. Im Titel des Berichts seht ihr meine ersten Woerter. Kingsley, ein sehr liebenswerter Junge, der sich um unseren Garten kuemmert, hat mir ein paar Woerter beigebracht und lacht gelegentlich ueber meine noch deutlich verbesserbare Aussprache.
Somit habe ich die vergangene Woche also vor allem zum aklimatisieren genutzt. Das heisst neben Sonne tanken, mit Leuten reden, Belo besser kennenlernen eben auch nach Bamenda zu fahren und sich mit wichtigen Dingen eindecken, die man in Belo nicht kriegt. Insbesondere Fruechte kriegt man in der Grossstadt zur Trockenzeit wesentlich besser. Bananen, Papaya, Ananas und noch ein paar Fruechte die es bei uns nicht gibt gehoeren da wohl zu den haeufigsten. Ausserdem konnten wir uns auch einen Internet Stick besorgen und koennen nun Kontakt nach Europa aufnehmen. Zumindest versuchen wir es, den das Internet erinnert mich von der Geschwindigkeit doch stark an die Modem Zeiten Ende der 90. Aber hey es funktioniert. Und am schnellsten ist Facebook. Also falls ihr ein Facebook Account habt, nutzt am besten den um mit mir Kontakt aufzunehmen. Neben unserem Internet Stick haben wir uns auch SIM Karten besorgt, nur leider koennen wir bisher nur Leute anrufen. Wenn man versucht uns anzurufen sagt einem eine nette Stimme auf franzoesisch und englisch, dass wir nicht erreichbar sind. Dafuer haben wir aber die Nummer von dem Mann aus dem Orange Shop bekommen, so dass wir ihn tagtaeglich anrufen wo den das Problem waere. Man wird dann meist vertroestet:Netzwerkprobleme! Somit muessen wir wohl bald scheinbar wieder nach Bamenda, um das Problem persoenlich zu klaeren. Das hat aber auch den Vorteil dass wir uns mit tollen Sachen wieder eindecken koennen wie Marmelade, guter Schokolade und vielleicht sogar Haribo. Ein Traum.
Aber ich muss sagen, dass unsere Koechin Victorine wirklich hervorragende Arbeit leistet. Bisher schmeckt mir hier alles. Gut Nudeln hat sie nicht so drauf, aber dafuer schmeckt alles was sie sonst macht echt super. Und mein Magen findet es auch gut. Von daher ist bei mir gesundheitlich alles tip top. Nur scheinbar werde ich nicht super braun durch meine Malaria Medikamente. Aber das kann man durchaus verkraften.
Ansonsten waren wir mal wieder ein bisschen wandern und haben ein paar Wasserfaelle in der Naehe entdecken koennen. Ich freue mich schon auf die Regenzeit und wie sie dann wohl aussehen werden. Auf dem Markt in Belo haben wir dann auch wieder neuen Fruechte Vorrat bekommen und sogar Brot, das dem deutschen Brot einigermassen nahe kommt. Sonst habe ich bereits 3 meiner mitgebrachten Buecher durchgelesen und muss jetzt erstmal ein Gang runterschalten. Dies bedeutet: Mit dem Arbeiten anfangen!
Was ich bereits in kleinem Masse getan habe. An dem Tourismusprojekt habe ich ein wenig weitergearbeitet und vor mir liegt eigentlich ein grosses Programm an Reisen zu verschiedenen Orten in der Naehe von Belo. Darauf freue ich mich schon. Ich hoffe,dass ich in meiner Zeit hier was auf die Beine stellen kann was nachhaltig Einkommen sichert und somit die Projekte unterstuetzt. Joshua setzt dabei sehr grosse Hoffnungen auf mich. Doch waehrend meiner Zeit hier habe ich schnell gemerkt, dass viele andere Projekte ebenfalls Handlungsbedarf haben. Insbesondere das Waisenprojekt sowie die Betreuung von Kindern nach der Schule. Das wollen Ruth und ich nun angehen und stuertzen uns somit ab morgen in die Arbeit. Wahrscheinlich werde ich ebenfalls Franzoesisch in 1 oder 2 Grundschulen unterrichten, da es vielen Schulen hier an qualifizierten Franzoesischlehrern fehlt. Dadurch das Kamerun jedoch zweisprachig ist und 80 Prozent Franzoesisch sprechen, ist es fuer die Kinder hier in Belo von grosser Bedeutung auch Franzoesisch zu lernen, selbst wenn in dieser Region die offizielle Sprache Englisch ist. Momentan gibt es naemlich keine grosse englischsprachige Universitaet im Land. Und ich freue mich schon total drauf. Die Schulleiterin, die wir heute besucht haben, war total aus dem Haeuschen als ich gesagt habe ich koenne Franzoesisch unterrichten. Sowieso ist es wirklich schoen zu sehen wie froehlich die Leute hier sind und ueber was fuer kleine Dinge sie sich freuen koennen. Dinge, die bei uns selbstverstaendlich sind. Schoen zu sehen wie ein Haufen 8jaehriger sich ueber Buecher lesen freut, wie lange sich Kinder mit einem Fussball beschaeftigen koennen, wie sich Erwachsene freuen wenn man ein Foto schiesst und wie die Leute generell so unbeschwert, trotz der Last die viele tragen muessen, durch Leben gehen. Und vor allem schoen zu sehen, dass wenn man Kindern etwas sagt, sie auch hoeren! Besonders toll wenn wieder mal ein Haufen Kinder unser Haus belagert, durch die Scheiben Hello schreit und man eigentlich nur seine Ruhe haben will. Sie sind zwar alle super lieb und suess, aber manchmal wird es einem dann doch zu viel. Es sind auf jeden Fall viele Kleinigkeiten, bei denen ich mir denke: Warum ist das bei uns nicht so?
Wahrscheinlich habt ihr es schon gemerkt: Mir gefaellt es hier wirklich! Und ich freue mich auf die naechsten Wochen und die Arbeit, die vor mir liegen. Ich hoffe nur, dass das Wasser weiterhin aus dem Hahn kommt. Ansonsten muss ich naemlich immer mit Kingsley zum naechsten Fluss und mit 10Litern Kanistern Wasser holen. Eigentlich nicht schlimm, nur alle Einheimischen finden den Anblick glaube ich super lustig. Leute, die es gewohnt sind so gut wie alles auf dem Kopf zu tragen, kann man das Lachen wohl nicht veruebeln wenn sie sehen wie wir unsere Kanister Wasser tragen und uns dabei einen abrackern. Aber ich bleibe einfach weiterhin freundlich und sage: Waissima! Namalogae Germany! (Guten Nachmittag, Ich komme aus Deutschland)…Das ist quasi meine Entschuldigung, auch wenn sie trotzdem weiter lachen. Also seid gespannt auf den naechsten Bericht aus Belo.
Bild oben: mein Traumhaus in dem ich die naechste Zeit leben werde
Bild 1: Unsere Wandertruppe nach der staubigen Motorradfahrt mit unseren coolen Bikern, Bild 2: Der Berg, der bezwungen wurde, Bild 3: abgebranntes Gras mit ein paar gruenen Resten, Bild 4: RUDEC Verteilen von Sachspenden aus Spanien, Bild 5; Bauzeit in Belo. Waehrend der Trockenzeit werden viele Haeuser gebaut, Bild 6: Wasserfaelle in der Naehe unseres Haus. Circa 1 Stunde wandern.
wow svennii...das klingt alles os wunderbar und spannend...ich glaub du wirst eine gute Zeit da haben und ich hoffe du kannst auch einiges bewegen ;)
AntwortenLöschenfreu mich auch kom von dir zu lernen :D