Montag, 20. Juni 2011

Heute kann es regnen, stuermen oder schneien…

...denn der vorletzte Bericht aus Kamerun dreht sich vor allem um Geburtstage, denn in den vergangenen Wochen wurden sowohl meine Mitbewohnerin Lea als auch meine Gast“schwester“ Grace ein Jahr aelter. Fuer Grace gab es eine grosse pinke Prinzessinentorte sowie eine kleine Spielpuppe und 2 Kleider; damit sie auch schick aussieht. Sie wurde zwar erst 2 und hat das Ganze wahrscheinlich nicht wirklich realisiert, aber das ist auch egal. Extra fuer das Geburtstagsfoto hat ihre Mutter aus ihrem Laden dann auch noch ein paar Suessigkeiten mitgebracht und damit den Tisch geschmueckt. Diese wurden danach jedoch sofort wieder in den Laden geraeumt ohne ein einziges zu essen. Wie gesagt fuer Grace war das Ganze, mal abgesehen von der Fotosession in allen moeglichen Outfits, relativ egal. Sie hat noch nicht mal was von der Torte probieren wollen.

Lea schmiss hingegen eine Riesenparty, die im deutsch-kamerunischen Stil organisiert wurde. Das Essen war abgesehen von dem Nudelsalat eher kamerunisch. Es gab viel Huehnchen und Fisch, Reis und die leckeren Akrabananen, die meine Gastmutter macht. Der perfekte Snack fuer zwischendurch! Die Musik war dann auch eher gemischt, wobei die Kameruner sich nicht so sehr ueber europaeische und/oder deutsche Musik freuen konnten. So lief die meiste Zeit kamerunische/nigerianische Musik zu der dann ordentlich das Tanzbein geschwungen wurde. Die feuchtfroehliche Feier ging dann bis circa 6 Uhr morgens und ich war in den ganzen letzten Monaten in diesem Land noch nie so lange auf. Ich bin das eigentlich gar nicht mehr gewoehnt. Somit verbrachten wir den naechsten Tag auch am Hotelpool hier in Buea und ruhten uns erstmal aus. Insgesamt war es wirklich eine super lustige Feier, jedoch war die Vorbereitung eben auch etwas kamerunisch. Das heisst im Endeffekt dass jeder aus der Familie und dem kamerunischen Freundeskreis am besten wusste wie man diese Party am besten schmeissen kann. Lea tat mir manchmal ganz schoen leid und selbst mir ging das Gezanke der Leute schon manchmal tierisch auf den Geist. Wenn es mir schon morgens am Fruehstueckstisch zu viel wurde, bin ich dann meist direkt ins Buero gefluechtet. Aber es war am Ende doch eine tolle Feier mit Gebeten (wir dankten Gott auch fuer den Regen – also zumindest der betrunkene Familienonkel), Gesinge, grosser Kuchenanschneidezeremonie und Tanzeinlagen. Also: Ende gut, alles gut!

Eine Woche vorher beschloss ich dann doch nochmal mit meinen Freiwilligenfreunden aus Belo nach Kribi zu fahren. Die irlaendische Freiwillige Dee reiste nach nun einem Jahr wieder in die Heimat und kam mich kurz vorher nochmal in Buea besuchen. In den 5 Monaten in Belo ist sie mir sehr ans Herz gewachsen und es war fuer meine Moral gesehen her der beste Zeitpunkt fuer einen Besuch von so einer guten Freundin. Somit verbrachten wir zunaechst den Tag in Limbe, genossen am Abend fritierte Kochbananen und machten uns am naechsten Tag auf den Weg nach Kribi. Dort trafen wir dann auch auf Simon, Jay und Erin. Trotz der Wolken und den zwischenzeitlichen Regenschauern waren es wirklich 2 schoene Tage und ich konnte nochmal ein bisschen ausspannen. Das Baden im Meer tut halt immer gut und von der 4 kaese Pizza am abend ganz zu schweigen haha. Leider musste ich dann ein bisschen frueher abreisen als die anderen und der Abschied fiel mir doch ganz schoen schwer. Vor einem Monat in Belo wusste ich dass ich die meisten nochmal wiedersehen wuerde in Kamerun, aber nun wurde mir klar dass wir uns wenn erst wieder in Europa irgendwann wiedersehen...

Aber nun geht es mir wieder besser, abgesehen von einer bereits 10 Tage andauernden Erkaeltung. Ja ihr denkt euch jetzt wahrscheinlich: Erkaeltung in Afrika wie geht denn das? Tja wenn die Regenzeit einsetzt und es fast jeden Tag regnet und das auf circa 1000 Meter Hoehe, dann kann es schon sehr kalt werden. Abends und morgens haben wir definitiv weit unter 20 Grad und die kurze Hose hat nun seit 2 Wochen es nicht mehr aus meinem „Kleiderschrank“ geschafft. In meiner Gastfamilie ist auch alles im Lot. Ausser dass es zwischen der Gastmutter Catherine und mir manchmal Verstaendigungsprobleme gibt. Sie meinte neulich zu mir : You are always rapping! Ich musste mehrmals nachfragen was sie denn nun damit meint. Schliesslich habe ich nicht das Gefuehl dass ich rappen wuerde oder jetzt auf einmal so cool waer wie Kanye West. Aber sie wollte damit einfach nur zum ausdruck bringen dass ich oft zu schnell rede. Mit Michael und Grace tobe ich manchmal durchs Haus oder freue mich ueber lustige Tanzeinlagen von ihnen wenn sie mit meinem Ipod Waka Waka oder Michael Jackson hoeren. Echt putzig!

Ansonsten gibt es arbeitstechnisch eigentlich hier auch immer einiges zu tun. Im gegensatz zu Belo sitze ich hier zwar mehr im Buero, aber die Arbeit macht auch Spass. Am Donnerstag haben wir nun unser Stakeholder Treffen wo wir das Projekt und seine Nachhaltigkeitsaspekte mit verschiedenen Interessensgruppen besprechen und diskutieren. Ein bisschen aufgeregt bin ich zwar schon, aber ich hoffe mal dass das alles gut ueber die Buehne geht. Drueckt mir die Daumen. Die restlichen Tage werde ich dann mit langsamen zusammenpacken verbringen sowie mich von den Leuten zu verabschieden. Ich freue mich zwar sehr auf die Heimat, aber nach so langer Zeit ist es auch ein komisches Gefuehl zu gehen und bestimmte Dinge hier werde ich auch wirklich vermissen. Zum Glueck habe ich im Moment so viel um die Ohren dass ich meistens mir nicht so viele Gedanken darueber mache.

Also ich freue mich, auch wenn es nun nur noch 9 tage sind (Arrival Hannover Airport: 29.06 at 09:05am), weiterhin ueber schoene Nachrichten von euch und saemtliche News. Und ich freue mich vor allem darauf euch alle bald wiederzusehen!

Foto oben: Ich und Grace in ihrem Geburtstagskleid

Foto 1: Teil meiner Gastfamilie, Lea und ich bei Grace Geburtstag

Foto 2: Eidechse in Kribi

Foto 3: Der paradiesische Strand in Kribi




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